Wetter Wiener Neustadt
Allgemeine Monatsübersicht
Der Oktober war ohne Übertreibung ein Monat der Gegensätze. Fast hochsommerliche Temperaturen und strahlender Sonnenschein trieben viele Menschen zu Beginn des Monats noch ein letztes Mal an die Badeseen, während einige Tage später auch die Schneeenthusiasten in den Voralpen auf ihre Kosten kamen. Bedingt waren diese extremen Unterschiede durch einen markanten Wechsel der Großwetterlage, die Strömung drehte binnen kurzer Zeit von Südwest (Mittelmeerluft) auf Nord, wodurch polare Kaltluft direkt in den Ostalpenraum gesteuert wurde. Eine markante Kaltfront am 12. Oktober leitete den Wetterumschwung ein.

Während am 6. Tag des Monats noch Temperaturen von 28,4°C (Messwert der privaten Station Felixdorf Süd), wurden eine knappe Woche darauf nicht einmal mehr 10°C erreicht, wobei es bis zum 8. Oktober sommerlich warm blieb. Die Monatsmitte brachte bis zum 21. Oktober in den Voralpen länger anhaltenden Schneefall, auch im Flachland fielen an einigen Tagen die Schneeflocken bis ganz herunter. Solche monatlichen Temperaturgegensätze (rund 25°C innerhalb einer Woche) gibt es in unseren Breiten nur alle 30 Jahre. Diese Wetterlage brachte auch Sturmböen, wobei sich diese zum Glück nicht ganz so stark präsentierten, als sie die Wettermodelle prophezeiten. Nichtsdestotrotz handelte es sich um waschechtes Winterwetter. Niederschlag gab es während dieser Wetterperiode ausreichend, es fiel sogar beinahe die gesamte Monatsniederschlagsmenge von 36,4l/m², was in etwa der langjährigen Niederschlagssumme für Oktober (~36l/m²) entspricht. Die Niederschlagsverteilung über das Monat hinweg war jedoch nicht gleichmäßig verteilt. In den Voralpen waren die Niederschlagsmengen um ein Vielfaches größer, das liegt daran, dass sich die Niederschlagswolken durch die Nordströmung an den Bergen stauten und dort ihre Wassermengen abließen. Die gesamte Monatsmitte war geprägt von diesem Nordstaueffekt.

Gegen das letzte Monatsdrittel hin beruhigte sich das Wetter zusehends, die Temperaturen stiegen und auch die Sonne ließ sich wieder öfters blicken, ruhiges Herbstwetter stellte sich ein, nur noch einmal gab es etwas stärkeren Niederschlag. Die letzten beiden Monatstage waren von einer Inversionswetterlage geprägt, auf den Bergen herrschte strahlendstes Sonnenwetter, während die Niederungen in einer Nebelsuppe saßen. Trotz dieser Schönwetterperioden konnte trotzdem nicht die durchschnittliche Zahl an Sonnenstunden erreicht werden, sie blieb im Gegensatz zu den Temperaturen unterdruchschnittlich.
Unwetter
Markantestes Wetterereignis des Monats war ohne Zweifel der Kaltlufteinbruch zur Monatsmitte, welcher mit Sturmböen verbunden war. Auf den Bergen und auch im Hügelland wehte der Wind mit Orkanstärke, Schäden an Forstbeständen blieben nicht aus, auch wenn sie nicht im Ansatz so stark waren wie z.B. beim Orkan Kyrill vor zwei Jahren. Auch im Flachland wurden einige Bäume zu Opfern des Sturms. Überflutungen blieben in diesem Monat aus, dies liegt daran, dass es einerseits ohnehin zu wenig Niederschlag gab, bzw. dass der Niederschlag in den Bergen großteils als Schnee fiel, welcher gegen Monatsende wieder langsam abschmelzen konnte. Auch Gewitter und die damit verbundenen Unwettergefahren blieben großteils aus, abgesehen von einem Hagelereignis gleich am ersten Tag des Monats in Katzelsdorf (Hagel bis 1cm Durchmesser) wurden keine ähnlichen Erscheinungen aufgezeichnet. Während des Kaltlufteinbruchs gingen immer wieder kräftige Graupelschauer nieder, wleche aber abgesehen von Sichtbehinderungen keine Gefahr darstellten.
Wetterwerte

Temperatur


Wind


Niederschlag

Klimaabweichung in Wiener Neustadt
Wetter-Video
» Zu den Fotos & Videos

Monats-Rückschau