Autos mit Ganzmetallkarosserie bilden physikalisch gesehen einen „Faradayschen Käfig" und bieten für die Insassen zunächst einen sicheren Schutz davor, vom Blitz getroffen zu werden. Der Faradaysche Käfig ist eine an allen Seiten geschlossene Hülle aus einem elektrischen Leiter (beim Auto demnach die Karosserie), deren Innenraum dadurch bei tiefen Frequenzen von äußeren elektrischen Feldern oder elektromagnetischen Wellen abgeschirmt ist. Schlägt ein Blitz in diesen Käfig ein, bleiben Personen im Innenraum ungefährdet, weil die elektrische Feldstärke im Innenraum durch die Wirkung des Faradayschen Käfigs erheblich geringer ist als im Außenraum. In der Nähe von Öffnungen in der Metallhülle dringt ein äußeres Feld anteilig in den geschirmten Raum ein.
Beim Direkteinschlag in das Auto fließt der Blitzstrom über die äußere Karosserie zur Erde ab. Probleme entstehen allerdings beim Übergang des Blitzstromes vom Stahlmantel zur gut isolierten Reifenlauffläche. Experimente haben gezeigt, dass infolge der enormen Wärmeentwicklung erhebliche Schäden an den Reifen entstehen können. Das mit dem Blitzstrom verbundene starke elektromagnetische Feld kann jedoch empfindliche elektronische Baugruppen im Fahrzeug beeinflussen und unter Umständen zu Fehlfunktionen führen (Radio, Bordcomputer, Navigationsgerät). Moderne Kraftfahrzeuge werden mit Schutzeinrichtungen ausgerüstet, die Fehlfunktionen auch bei nahen Blitzeinschlägen vermeiden. Cabrios ohne Dachgerüst oder ohne Überrollbügel aus Metall sind auch bei geschlossenem Verdeck weniger sicher.
Der Fahrzeuglenker selbst kann durch einen grell aufleuchtenden Blitz kurzzeitig stark geblendet werden (Unfallgefahr!). An Ampelanlagen, Bahnübergängen und sonstigen Signalanlagen ist bei Gewittern besondere Vorsicht geboten. Bei Gewittern ist an solchen Orten immer zu beachten, dass diese durch Blitzeinwirkungen plötzlich ausgefallen sein können bzw. möglicherweise Fehlfunktionen aufweisen. Aus diesen Gründen ist es ratsam, für die Dauer des Gewitters die Fahrt an einem möglichst sicheren Ort fern von exponierten Einschlagsorten zu unterbrechen. Stehen keine anderen geschützten Bereiche zur Verfügung (z.B. Rasthäuser), sollte das Fahrzeug nicht verlassen werden.
Zweiradfahrer (Mopeds, Motorräder und Fahrräder) können im offenen Gelände direkt vom Blitz getroffen werden, da diese Fahrzeuge keinen Faradayschen Käfig darstellen und somit auch nicht dessen schützende Wirkung. Lenker solcher Fahrzeuge sollten deshalb in jedem Fall die Fahrt bei Gewitter unterbrechen, das Fahrzeug abstellen und sich von diesem entfernen. Zu empfehlen ist, in einem Haus oder unter einer Brücke aus Stahl oder stahlbewehrtem Beton Schutz zu suchen.
Zum Schutz unter Brücken muss jedoch eine Anmerkung gemacht werden. Brücken bieten nur vor Blitzschlägen Schutz, jedoch nicht vor speziellen Begleiterscheinungen von Gewittern, den Tornados. Besonders in den letzten Jahren sind Brücken deshalb in der Wetterszene als Schutzraum in Verruf gekommen, nicht zuletzt durch Fehlverhalten von Sturmjägern.

Richtiges Verhalten in einem PKW | sicher.ist.sicher
Im Auto ist man doch eh vor Unwettern sicher oder?