Wetter Wiener Neustadt
Jedes Jahr kommt es zu Verletzten und sogar Toten durch Blitzeinschläge (entweder durch direkte Einschläge oder indirekt über elektrisch leitfähige Systeme).

Der Blitz ist ohne Zweifel das Gefährlichste an einem Gewitter, da er im Vergleich zu anderen Begleiterscheinungen am häufigsten auftritt. Trotz seiner Gefahr ist er für das Funktionieren der Kreisläufe in der Natur, der Wechselwirkung der Erde mit dem Weltall und noch vielem mehr enorm wichtig. Jeden Tag gehen weltweit rund 2000 Gewitter nieder, von völlig unterschiedlicher Art und Intensität. Dabei kommt es zu rund 9 Millionen Blitzentladungen!

In Mitteleuropa, und somit auch in der Region um Wiener Neustadt, sind Gewitter hauptsächlich ein Phänomen des Frühlings und Sommers. In dieser Zeit ist der treibende Motor des Wettergeschehens, die Sonne, in unseren Breiten am kräftigsten und heizt die Luft stark an. In den Wintermonaten hingegen kommt es nur sehr selten zu Gewittern, diese sind dann meist mit starken Graupel- und Schneeschauern verbunden und und relativ blitzarm. In diesen Monaten gibt es auch dementsprechend selten Unfälle durch Blitzschlag.

Grundsätzlich muss man, um sinnvolle Verhaltensregeln bei Gewittern zu geben, unterscheiden, ob man sich bei Aufzug des Gewitters im Freien aufhält, welche Möglichkeiten bestehen, ein Gebäude als Zufluchtsstätte aufzufinden, sich in einem Fahrzeug befindet, oder ob man sich ohnehin bereits in einem Gebäude aufhält. Doch selbst wenn man sich in einem Haus aufhält, ist die Gefahr bei falschem Verhalten trotzdem noch nicht gebannt! Deshalb haben wir den Bereich sicher.ist.sicher ins Leben gerufen, bitte lesen Sie sich ein!

Trotz der hohen Spannungen und Ströme, die während eines Blitzeinschlages auftreten, gibt es technische Schutzmaßnahmen (Blitzschutzanlage, etc.), welche die Auswirkungen der Blitze herabsetzen, sowie Verhaltensregeln, mit denen jeder für sich das Risiko einer Personengefährdung vermindern kann.
Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen?
Bitte vergessen Sie diesen Spruch, verdrängen Sie Ihn, sagen Sie ihn zu niemandem, schon gar nicht Personen jüngerer Generationen, am besten vergessen Sie ihn! Bei diesem Spruch handelt es sich um völligen Irrglauben, sich an diesen Spruch zu halten kann folgenschwer enden! Für die Blitzentladung ist es völlig unbedeutend, um welche Holzart es sich handelt. Wenn man hier nur Bäume betrachtet, sucht sich der Blitz immer jene aus, welche besonders exponiert stehen (z.B. Bergkuppen im Hügelland, einzelne freistehende Bäume auf Wiesen oder Feldern etc.)

Hintergrund dieser Tatsache ist, dass Erdblitze ihren Anfang nicht nur in der Wolke haben, und sich dann rasch Richtung Erdboden ausbreiten, sondern dass es zwei zeitgleiche Vorgänge gibt. Einerseits die fortschreitenden Leaderentladungen, welche den Blitzkanal für die nachfolgende Hauptentladung bilden, und zusätzlich dazu noch Fangentladungen, welche von mehreren Stellen von der Erdoberfläche aus den Leaderentladungen entgegenwachsen. Jene Fangentladung, welche als ersters Kontakt mit dem Leader aufbauen kann, hat sozusagen "gewonnen", der Blitzkanal zündet durch und die Blitzentladung folgt mit hellem Leuchten und kräftigem Donner. Dabei haben natürlich jene Fangentladungen eine bessere Chance, den Leader zu erreichen, die eine kürzere Wegstrecke durch den Isolator Luft zurücklegen müssen. Dies stellen hohe, exponierte Stellen wie Kirchtürme, Hochhäuser, Handymasten, Gipfelkreuze und eben auch freistehende Bäume dar! Dies ist der Grund, weshalb es uns so ein großes Anliegen ist, diesen Irrglauben aus der Welt zu schaffen.
Erste Hilfe bei Blitzschlag
Da oft Herzstillstand durch Kammerflimmern auftritt (Blutfluss versagt, Geesicht wird blass oder blau, Atmung und Puls sind nicht feststellbar), sollte man sofort mit künstlicher Beatmung und Herzdruckmassage beginnen und umgehend medizinische Hilfe anfordern!
Gefährdung durch Blitzschlag am Beispiel von Leoben 2009
Besondere medielle Aufmerksamkeit erzielte ein Blitzeinschlag eines Gewitters im steirischen Leoben am 14. Juli 2009. Ein Blitz schlug während eines Trainingsspieles der ortsansässigen Fußballmannschaft in der Nähe einer der Torstangen ein. Förmlich aus heiterem Himmel. Mit einem derartigen Ereignis rechnete wohl keiner der Anwesenden, denn es handelte sich nicht um ein besonders intensives Gewitter, lediglich in der Ferne seien einige Blitze zu sehen gewesen. 25 Verletzte gab es bei diesem Ereignis. Zum Glück traf der Blitz niemanden der Spieler direkt, sondern sie wurden "nur" aufgrund der Wucht des Einschlages (und den damit verbundenen Druckwellen) zu Boden gerissen. Einer der Spieler beschrieb die dramatischen Szenen folgendermaßen: "Es hat kein starkes Gewitter gegeben. In der Entfernung waren Blitze zu sehen. Auf einmal aber hat sich die Luft aufgeladen, im Kopf hat man einen gewissen Druck gespürt, und dann ist man umgefallen und ist dann wieder aufgewacht - diejenigen, die halt kurz ohnmächtig waren." Nicht immer gehen solche Ereignisse so glimpflich aus. Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, nicht selten tödlich ausgehend!
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